Wintereinbruch – Autofahrer und der Schnee

Wintereinbruch – Autofahrer und der Schnee

Ein Winterspaziergang, warm eingepackt und der Schnee knirscht unter den Schuhen. So ist idealerweise die Vorstellung eines perfekten Wintertages.

Für die Autofahrer sieht die Sache allerdings oftmals nicht so idyllisch aus. Schneefall bedeutet für jeden Verkehrsteilnehmer ein hohes Maß an Aufmerksam- und Sorgfältigkeit, das nicht nur freiwilliger Natur ist, sondern auch empfindliche Strafen nach sich ziehen kann.

Grundsätzlich ist der Autofahrer verpflichtet das Fahrzeug komplett von Schnee und Eis zu befreien. Nur ein Guckloch freizukratzen reicht bei weitem nicht aus und bei einem Unfall liegt grobe Fahrlässigkeit vor. Das kann sehr teuer werden. Unter „komplett frei“ versteht sich, dass das Dach, Motorhaube und Kofferraumdeckel, alle Scheiben, sowie Scheinwerfer und Nummernschild schneefrei sein müssen. Gerade Schnee- und Eisreste auf dem Dach können zu gefährlichen Geschossen werden, wenn sich diese ruckartig lösen und z.B. dem hinter Ihnen fahrenden Auto auf die Windschutzscheibe fliegen. Neben dem Schreck, den ein solcher Einschlag auslöst, kann es hierbei zu Glas- und Lackschäden kommen, die es zu vermeiden gilt. Schnee bedeckte Scheinwerfer behindern die Leuchtkraft, d.h. Sie selbst sehen weniger und werden auch von anderen nicht wahrgenommen. Nur einen kleinen Teil der Scheibe/n frei zu legen behindert Sie selbst in der Rundumsicht und erhöht die Unfallgefahr für Sie und andere Verkehrsteilnehmer.

Nicht umsonst regelt auch hier der Bußgeldkatalog entsprechende Strafen bei Verstoß gegen diese Vorschrift, und es kann bei einem Unfall auch zu strafrechtlichen Maßnahmen wegen Fahrlässigkeit kommen. Dem können Sie selbstverständlich vorbeugen und sich auch auf einen kommenden Wintereinbruch, mit dem man in den Wintermonaten jederzeit rechnen muss, vorbereiten.

Hierzu gehören entsprechende Utensilien wie ein kleiner Besen/Handfeger, um möglichst ohne Lackbeschädigungen sämtlichen Schnee vom Auto zu entfernen. Sollte sich unter dem Schnee eine Eisschicht auf den Scheiben gebildet haben, nutzen Sie einen handelsüblichen Eiskratzer oder entsprechende alkoholhaltige Enteiser. Erst wenn Sie die volle Sicht haben, sollten Sie Ihre Fahrt antreten. Sollte Ihr Fahrzeug längere Zeit stehen, ohne bewegt zu werden, lohnt sich auch hier das Schneeräumen, denn durch die Temperaturschwankungen wird der Schnee und das Eis zum Teil antauen und wieder festfrieren. Das eigentliche Enteisen vor einem Fahrantritt wird daher eher schwerer als leichter.

Da die Frage häufig gestellt wird, inwieweit es sinnvoll ist, warmes oder sogar heißes Wasser auf die Scheibe zu schütten, um diese zu enteisen, ist hier ganz klar gesagt: Machen Sie das nicht! Der hohe Temperaturunterschied zwischen einer kalten Windschutzscheibe und dem Wasser ist so hoch, dass es zu extremen Spannungsbewegungen in der Scheibe kommt, die die Scheibe zum Reißen bringen kann. Bleiben Sie also besser bei den konventionellen Methoden und nehmen sich vor Fahrtantritt ein paar Minuten mehr Zeit, um Ihr Auto fahrbereit zu machen. Das bedeutet mehr Sicherheit im Straßenverkehr und eine stressfreie Ankunft.

Ein paar kleine Tipps, die große Wirkung auf die Sicherheit im Straßenverkehr haben. Wir wünschen Ihnen Durchblick und allzeit eine gute Fahrt!

Ihr Autohaus Zeiger Team

Jedes Jahr wieder – Reifenwechsel vor dem Winter – warum eigentlich?

Jedes Jahr wieder – Reifenwechsel vor dem Winter – warum eigentlich?

Allgemein sagt man, dass Ihr Auto von O(ktober) bis O(stern) mit Winterreifen fahren soll bzw. muss. Mit Änderung der Straßenverkehrsordnung von 2010 werden die Witterungsverhältnisse, bei denen Winterreifen oder M+S Reifen gefahren werden müssen, genauer beschrieben. Danach spricht man von „winterlichen Verhältnissen“ bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte. Wer bei diesen Bedingungen sein Auto bewegt, ist verpflichtet, dies mit Winterreifen oder M+S Reifen zu tun. Wer Fahrten bei dieser Witterung vermeiden kann, ist demnach nicht verpflichtet, einen Reifenwechsel zu vollziehen, muss dann aber z.B. auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen.

Aber mal ehrlich, wer kann so sicher behaupten, sein Fahrzeug grundsätzlich bei diesem Wetter stehen zu lassen?

Die Frage von einem Reifenwechsel hat  ja auch nicht nur etwas mit der eigenen Sicherheit zu tun, sondern ist auch eine Frage der möglichen Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer. Folgendes sollte sich jeder Autofahrer grundsätzlich vor Augen halten – und das gilt für Sommerreifen genauso wie für Winterreifen: Die Auflagefläche aller 4 Reifen insgesamt entspricht ca. der Standfläche einer Person mit Schuhgröße 44, also max. der Fläche von 4 Postkarten. Auf diese kleine Fläche werden weit mehr als 1t Gewicht verteilt. Allein hieran kann man schon erkennen, welch enorme Arbeit Autoreifen leisten müssen.

Im Winter kommen zu dieser Arbeit weitere Faktoren hinzu, die die Beschaffenheit von Winterreifen maßgeblich beeinflussen:

1) Niedrige Temperaturen haben einen großen Einfluss auf die Elastizität der Gummimischung Ihres Reifens. Wenn Sie schon einmal ein professionelles Autorennen im TV gesehen haben, ist Ihnen sicher nicht entgangen, dass die genutzten Reifen durch Heizdecken vorgewärmt und in der – aus diesem Grund so genannten – Aufwärmrunde weiter auf Temperatur gebracht werden. Warum macht man das? Je wärmer der Gummi ist, desto höher ist der Reibwert zwischen dem Gummi und dem Untergrund. Die Reifen kleben förmlich auf der Straße. Klar, dass es auch hier nicht bis hin zum flüssigen Gummi geht und ab einer entsprechend hohen Temperatur der Gummi Eigenschaften entwickelt, die man beim Autofahren nicht mehr gebrauchen kann.

Aber sprechen wir nicht von den Extremtemperaturen, sondern eher von denen, die wir hier im mitteuropäischen Raum in der Regel erreichen. Bereits bei ca. 7°C und darunter fängt der Reifengummi an, hart zu werden. Um dies möglichst lange zu verhindern, wir die Gummimischung für Winterreifen, die ja in niedrigen Temperaturen zum Einsatz kommen, generell weicher gewählt, als bei Sommerreifen. Das erklärt auch, weshalb es nicht sinnvoll ist, heruntergefahrene Winterreifen, als Sommerreifen zu nutzen. Denn hier kehrt sich der Effekt bei zu hohen Temperaturen und einer zu weichen Gummimischung für diese ins Gegenteil um. Das bedeutet, der Reifen wird so weich, dass er keine Spurtreue mehr hat und man damit sozusagen schwimmt. Reifen sollten nicht älter als 6 Jahre sein, denn mit der Zeit verliert die Gummimischung ihre Elastizität.

2) Grundsätzlich sind Winterreifen mit einem gröberen und tieferen Profil ausgestattet. In den Wintermonaten kommt es vermehrt zu Schnee und auch Schneematsch. Dieser lose Untergrund in Verbindung mit den niedrigen Temperaturen erfordert dieses gröbere Profil, um das Fahren zu ermöglichen. Ähnlich wie bei Ihren Winterschuhen, sind Winterreifen auf diese Weise sicherer. Neben den groben Bestandteilen finden sich im Profil von Winterreifen viele kleine Profileinschnitte, die sogenannten Lamellen. Diese verzahnen sich mit der Fahrbahn, um möglichst hohen Grip zu erhalten. Das geht nur, wenn diese „beweglich“ also elastisch sind – auch bei niedrigen Temperaturen, wie oben beschrieben.

3) Luft dehnt sich bei Wärme aus und zieht sich bei Kälte zusammen. Dieses Prinzip spielt beim Reifendruck eine große Rolle, denn so kann es bei einem Kälteeinbruch schnell dazu kommen, dass der Reifendruck zu gering ist (die Luft im Reifen zieht sich zusammen). Fehlt Luft im Reifen, beult sich dieser zu den Seiten hin aus und die Seiten werden belastet. Diese sind allerdings dafür nicht ausgelegt, sondern sollen den Seitenhalt gewährleisten. Zusätzlich dazu kommt es zu einem Walgen des Reifengummis (erhöhter Rollwiderstand), denn das Material erhält wie bei einem schlaffen Fußball mehr Auflagefläche als aufgepumpt, gegen die angearbeitet werden muss. Dieses Walgen verletzt die Struktur und den Aufbau des Gummis und führt dazu, dass der Reifen platzen kann.  Des Weiteren führt das Walgen, also das Anarbeiten gegen den Reifengummi, zu einem höheren Verbrauch. Daher also unsere Bitte: Kontrollieren Sie alle 14 Tage Ihren Reifendruck und speziell dann, wenn es zu größeren Temperaturunterschieden gekommen ist. Grundsätzlich gilt: Im Winter eher einen höheren Reifendruck fahren! Genauere Angaben finden Sie in Ihrer Bedienungsanleitung, als Aufkleber in der Fahrertür oder dem Tankdeckel.

4) Die beiden o.g. Punkte erklären bereits ausführlich, warum Winterreifen eine besondere Bedeutung zukommt, daher auch an dieser Stelle unser Hinweis: Fahren Sie nie gleichzeitig mit einer Mischung aus Sommer- und Winterreifen auf Ihrem Fahrzeug. Die Anforderungen an die Beschaffenheit sind so hoch, dass im Winter Winterreifen und im Sommer Sommerreifen Ihre Wahl sein sollten. Dies gilt auch für die weitläufig genannte Idee, die abgefahrenen Winterreifen im Sommer weiter zu nutzen.

Der Vollständigkeit halber wollen wir es nicht versäumen, kurz auf mögliche Auswirkungen bei einem Unfall hinzuweisen. Sollten Sie bei winterlichen Witterungsverhältnissen mit Sommerreifen unterwegs sein geht im Falle eines Unfalles die Versicherung von grober Fahrlässigkeit aus. Dies wiederum führt zu einer Leistungskürzung.

Sollten Sie der Geschädigte sein, führt das Verletzen der Winterreifenpflicht zu einer Mithaftung, denn allein das Halten/Führen eines Kraftfahrzeuges birgt eine Gefahr des Betriebes, die bei einem Verstoß gegen die STVO erhöht wird. (keine Rechtsberatung – weitere rechtl. Folgen/Auswirkungen klären Sie bitte mit Ihrer Versicherung)

Fazit: Folgen Sie der Empfehlung Winterreifen im Winter – Sommerreifen im Sommer.

Ihr Autohaus Zeiger Team

 

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